Kurzfassung vom Vortrag von Ernst Gratzke Sachgebietsleiter beim Landratsamt Tirschenreuth über das neue Waffenrecht am 06. April 2003 im Schützenhaus Tirschenreuth

Zum neuen Waffengesetz müssen noch Rechtsverordnungen erlassen werden. Z.B.

Verfahren und Anerkennung ärztlicher Zeugnisse über körperliche Eignung

Anzeigen über das Überlassen von Schusswaffen

Sachkunde

Sichere Aufbewahrung von Schusswaffen

Anerkennung von Schießverbänden



Der derzeitige Stand:

Wichtig für alle Vereine:

Jeder Sportschütze, der Inhaber einer Waffenbesitzkarte ist, muß bei Austritt an das Landratsamt gemeldet werden - gültig ab 1. April 2003

Die Anerkennung des Sportverbandes und der jeweiligen Sportordnung erfolgt beim Bundesverwaltungsamt.

Personen unter 16 Jahren: Für das Schießen müssen die Erziehungsberechtigten schriftlich ihr Einverständnis erklären.

Einstufung der Waffen:

Von Gesetz ausgenommene Waffen
Schusswaffen - die zum Spiel bestimmt sind bis zu 0,08 Joule Bewegungsenergie

Ausnahmen:

Sie können mit allgemein gebräuchlichen Werkzeugen umgebaut werden

Sie sind orginalgetreue Nachahmungen von erlaubnispflichtigen Waffen

Armbrust



Erlaubnisfreie Waffen:

Erwerb und Besitz von Luftgewehr, Luftpistole und Armbrust



Erlaubnispflichtige Waffen: wie bisher



Der Umgang mit Waffen und Munition ist grundsätzlich erst ab 18 Jahren zulässig.

Ausnahmen:

Kinder ohne Altersbegrenzung an Schiessbuden mit Luftdruckwaffen.

Ab 12 Jahren: Schießen mit Druckluftwaffen auf Schießständen unter geeigneter Aufsicht

von 10 bis 12 Jahren nur mit Ausnahmegenehmigung



Ab 14 Jahren: Schießen mit Feuerwaffen auf Schießständen unter geeigneter Aufsicht

Von 12 bis 14 Jahren nur mit Ausnahmegenehmigung



Ab 14 Jahren: Schießen mit der Armbrust auf Schießständen unter besonderer Obhut von Aufsichtspersonen

Ab 16 Jahren ohne besondere Obhut

Schießen mit Armbrust außerhalb von Schießstätten nur mit waffenrechtlicher Erlaubnis (u.a. Mindestalter 18 Jahre)

Für die Ausnahmegenehmigung ist eine ärztliche Bescheinigung (Hausarzt) über die körperliche und geistige Eignung erforderlich. Zusätzlich eine Bescheinigung des Vereins, daß schießsportliche Begabung glaubhaft gemacht wird, verbunden mit einer positiven Zukunftsprognose.

Kinder- und Jugend-Schießen nur unter geeigneter Aufsicht, die normale Aufsichtsperson genügt nicht mehr.

Besonders ausgebildete Aufsichtspersonen – Verband gefordert.

Kindern unter 18 Jahren ist auch das Führen von Waffen untersagt.

Das heißt: Wenn es seine Waffe alleine von zuhause zum Schützenhaus transportiert, muss eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden.



Sichere Aufbewahrung von Waffen wird auch auf die erlaubnisfreien Waffen ausgedehnt. Übergangsfrist bis zum 1. September 2003. Genaue Vorschriften kommen noch.

Neuanschaffungen von Waffenschränken usw. sollten zur Zeit noch nicht getätigt werden, wenn aber unbedingt erforderlich, dann die größere Sicherheitsstufe auswählen.

Erlaubnisfreie und erlaubnispflichtige Munition - Aufbewahrung im verschlossenen Behältnis.

Aufbewahrung von erlaubnisfreien Waffen - zum derzeitigen Stand - in einem festen verschlossenen Behältnis. Sicherheitsstufe A



Erlaubnispflichtige Waffen
Mindestalter für den Erwerb und Besitz von Schusswaffen ist auf 21 Jahren heraufgesetzt. Gilt nicht für Einzellader-Langwaffen bis Kaliber 12 und Schusswaffen bis zu Kal. 5,6 mm lfB (.22 l.r.) (randfeuerzündig, max. 200 Joule)

Waffenkontingent: 3 halbautomatische Langwaffen und 2 mehrschüssige Kurzwaffen. Voraussetzung ist, daß er mindestens 1 Jahr in einem Verein regelmäßig Schießsport betreibt und diese Sportwaffe muß für eine Sportdisziplin nach der Sportordnung in einem Sportverband zugelassen und erforderlich sein.

Vereinsbescheinigungen sind nicht mehr gültig. Hierfür braucht man eine Verbandsbescheinigung.

Erwerb von Schießwaffen: Innerhalb von 6 Monaten nur 2 Waffen möglich.

Der Verein ist auch eine juristische Person –kann also auch Waffen erwerben.

Ausnahme von der Erlaubnispflicht:

Ein Sportschütze kann einem anderen Sportschützen für den vom Bedürfnis umfassenden Zweck eine Sportwaffe überlassen, er darf sie bis zu einem Monat besitzen ohne daß eine waffenrechtliche Erlaubnis erforderlich ist. Das Ausleihen muss aber durch Bescheinigung dokumentiert werden.

Das Bedürfnis beim Sportschützen wird nach drei Jahren nochmals geprüft. Ist unaufgefordert vom Verband / Verein zu erbringen.

Bestandsschutz ist gewährt.

Neue gelbe WBK: Bis zur endgültigen Klärung werden neue Anträge angenommen, es kann aber noch keine Entscheidung getroffen werden.

Alte gelbe WBK gilt weiter im alten Umfang, sie kann noch ausgeschöpft werden.

Der Eintrag muß beantragt werden. Keine Anzeigepflicht mehr, sondern Antragspflicht (unter Vorlage einer Verbandsbescheinigung).

Schießen mit Böllern nur noch mit Genehmigung der Gemeindeverwaltung – keine waffenrechtliche Erlaubnis durch das Landratsamt mehr. Noch erteilte waffenrechtliche Pauschalgenehmigungen haben am 01.04.2003 ihre Gültigkeit verloren.

Elfriede Kamm, 2 GSM in Zusammenarbeit mit Herrn Ernst Gratzke